top of page

Between Human and Myth

Archaische Figuren für zeitlose menschliche Erfahrungen

Die Skulpturen von Sabrina Ferwagner bewegen sich an der Grenze zwischen Mensch und Mythos. Sie zeigen keine konkreten Personen und illustrieren keine überlieferten Erzählungen. Stattdessen entstehen archetypische Gestalten, die elementare Erfahrungen wie Liebe, Melancholie, Rückzug, Verletzlichkeit und Hoffnung verkörpern.

Durch ihre reduzierte Formensprache entziehen sich die Arbeiten jeder zeitlichen Einordnung. Gesichter verlieren ihre Individualität, Körper werden zu Trägern innerer Zustände. Gerade diese Reduktion eröffnet einen Raum, in dem persönliche Erfahrungen zu universellen Bildern werden. Die Skulpturen erzählen keine Geschichten – sie machen existenzielle Erfahrungen sichtbar. Ihre Offenheit lädt dazu ein, eigene Erinnerungen, Gefühle und Fragen in ihnen wiederzufinden.

Den Ausgangspunkt bildet stets die Holzskulptur. Im Eisenguss erhält sie eine neue Präsenz. Das Metall bewahrt jede Spur des ursprünglichen Bearbeitungsprozesses und verbindet die Unmittelbarkeit des geschnitzten Holzes mit der Beständigkeit des Gusses. So entstehen Wesen, die zugleich archaisch und gegenwärtig wirken – keiner bestimmten Zeit angehören und dennoch von unserer erzählen.

Die Skulpturen sind keine Illustrationen von Geschichten, sondern Ausdruck existenzieller Zustände. Sie suchen keine Deutung des Mythos, sondern Bilder für das Menschsein selbst.

Nicht der Mythos steht im Mittelpunkt – sondern der Mensch, der sich in ihm wiedererkennt.

Between-Human-and-Myth-Titelbild-A4-300dpi.png
454062_beige_braun_300dpi.png
453628_beige_braun_300dpi.png
454065_beige_braun_300dpi.png

Sad Eye

2024

Eisenguss (1/6)

45 x 38 x 30

Sad Eye zeigt einen Mondscheingänger. Die Figur bewegt sich in einem Zustand zwischen Rückzug und Hoffnung, zwischen Stille und Sehnsucht. Ihre reduzierte Form verzichtet auf jedes individuelle Porträt und wird dadurch zu einem Bild innerer Melancholie.Risse und Brüche bleiben sichtbar. Sie erzählen nicht von Schwäche, sondern von einer Verletzlichkeit, die Teil menschlicher Existenz ist. Die Skulptur beschreibt keinen Ausweg aus der Dunkelheit, sondern die Möglichkeit, trotz ihr weiterzugehen.

Picsart_initium_beige_braun_300dpi.png
Initium-Einzelfigur-beige-braun-Sockel-original-300dpi.png
Initium-beige-brauner-Hintergrund-300dpi.png

Initium

2024

Eisengüsse (1/5)

Adam und Eva.Nicht als religiöse Erzählung, sondern als archetypisches Bild für den Ursprung menschlicher Beziehung.Initium fragt, ob wir zu einer ursprünglichen Form der Liebe zurückfinden können. Zu einer Begegnung, in der zwei Menschen einander ohne Masken, ohne Urteil und ohne Scham gegenüberstehen.Die Figuren tragen ihre Risse sichtbar in sich. Sie verbergen weder Verletzlichkeit noch Unvollkommenheit. Gerade darin entsteht ihre Würde.Der Mythos wird zur Metapher für eine zeitlose Frage:Kann Liebe den Menschen nicht trotz seiner Brüche annehmen, sondern gerade durch sie hindurch?

Artur-Detail-1-beige-300dpi_edited.jpg

Artur - Better world to come

2025

Eisenguss (1/9)

82 x 50 x 24

Artur ist kein Held. Er ist ein Mensch, der seine Verletzungen sichtbar trägt. Seine reduzierte Gestalt macht ihn zu einer archetypischen Figur zwischen Mensch und Mythos.Die Skulptur versteht Hoffnung nicht als Gegenentwurf zum Schmerz, sondern als dessen Verwandlung. Sie fragt, ob eine bessere Welt dort beginnt, wo wir unsere eigenen Brüche annehmen und ihnen eine neue Bedeutung geben.

Excuse me for a While

2023

Eisenguss (1/9)

66 x 13 x 26

 

Excuse Me for a While zeigt keinen Rückzug aus Schwäche, sondern einen notwendigen Zwischenraum. Die Figur zieht sich nicht vor dem Leben zurück – sie nimmt Abstand, um ihm wieder begegnen zu können.Ihre reduzierte Form macht sie zu einem archetypischen Wesen zwischen Mensch und Mythos. Sie trägt keine individuelle Geschichte, sondern einen Zustand, den viele kennen: Erschöpfung, Überforderung, Sehnsucht nach Stille.Der Moment des Innehaltens wird hier nicht als Ende verstanden, sondern als Voraussetzung für Veränderung. Erst wer sich den eigenen Brüchen stellt, kann sie überreifen – vielleicht sogar überlieben.

bottom of page