Auseinandersetzung:
Stärke vs. Schwäche
Was muss geschützt werden?
Was wollen wir sehen?
Welches Bild wollen wir sehen?
Was müssen wir schützen?
Was wollen wir nicht sehen?
Was ertragen wir zu sehen?
Welchem Bild wollen wir glauben?
kontakt.
We're out of it.
Datum. 2025
Material. Esche, Pigmente
Diese Skulptur thematisiert die Erfahrung tiefster Demütigung und den Akt des Aufbegehrens gegen emotionale Kälte. Ausgangspunkt ist ein Moment der Herabwürdigung: Eine Frau, die mit überheblichem Lächeln bekennt, mit einem anderen Mann geschlafen zu haben – und darüber lacht. Es ist ein Lachen, das nicht aus Verlegenheit kommt, sondern aus bewusster Grausamkeit. Eine Demütigung, die mit voller Absicht ins Herz zielt.
Dieser Teil des Werks ist inspiriert vom Song „Lord It's a Feeling“ der Band London Grammar. Darin geht es um Machtspiele, emotionale Kälte und den Stolz, andere klein zu machen. Der Satz „I fucked somebody of course“ steht exemplarisch für diese Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer. Genau diese seelische Erniedrigung wird in der Skulptur durch die grob bearbeiteten Schnittspuren im Holz sichtbar gemacht. Die tiefe Verletzung wird zur Oberfläche – jede Kerbe erzählt von einem unsichtbaren Schlag.
Doch das Werk bleibt nicht in der Ohnmacht stehen. Der zweite Impuls kommt aus dem Song „A Thing Called Love“ von Editors. Die eruptiven Farbspritzer, vor allem in leuchtendem Rot, markieren den Wendepunkt: den Moment, in dem der innere Druck nicht länger zurückgehalten werden kann. Der Schmerz bricht sich Bahn – nicht in Worten, sondern in einem körperlichen Aufschrei, der durch Haut und Poren dringt.
„We’re out of it“ – dieser Satz wird zum Manifest. Er beschreibt das Heraustreten aus der Rolle des Gedemütigten, das Sich-Lösen von Erniedrigung und Fremdbestimmung. Die Skulptur wird damit zum Sinnbild eines stillen, aber unaufhaltsamen Widerstands: roh, verletzlich, aber voller Würde.

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